Innere Stärke durch Kreativität                  zurück

erstellt 13.09.10, 20:21h, aktualisiert 13.09.10, 21:36h

Petra Härtel hat das "Kopffrei"-Konzept entwickelt. (FOTO: ARCHIV/SCHARF)

COSWIG/MZ/DSK. Ein Projekt soll bei Jugendlichen und Frauen neues Selbstvertrauen wecken. "Kopffrei" heißt ein von der EU und dem Bundesfamilienministerium gefördertes Projekt in Coswig, bei dem die Teilnehmer durch Kreativität ihr Potential entdecken sollen. Der dreimonatige Kurs richtet sich an Jugendliche bis 25 Jahre sowie an Frauen und junge Mütter, die den Wiedereinstieg in das Berufsleben schaffen wollen. "Wir veranstalten keine langweiligen Mal- und Bastelstunden. Vielmehr sollen die Leute begreifen, welche schöpferische Kraft in ihnen steckt und wie sie mit diesem Wissen einen Sprung in der Lebensgestaltung packen können", sagt die Coswiger Kunsttherapeutin Petra Härtel, die "Kopffrei" entwickelt hat. Unterstützt wird sie von der Museumspädagogin Constanze Köppe aus Wittenberg und dem Coswiger Schlossverein als Projektträger.

Das Individuum mit seinen Fähigkeiten, aber auch seinen Sorgen und Nöten steht im Mittelpunkt. Daher ist die Teilnehmerzahl auch auf zehn Personen begrenzt, die selbst noch einmal in zwei Gruppen aufgeteilt werden. "Nur so können wir effektiv arbeiten", erklärt Härtel. In der ersten Woche sind zunächst Einzelgespräche geplant, anschließend folgt eine vierwöchige Intensivphase, in der die Gruppen (je vier Stunden wochentags) an verschiedene handwerkliche Techniken herangeführt werden. Sie sollen töpfern, sich im Lehmbau versuchen oder Skulpturen erschaffen. Das Simonettihaus und das Atelier von Petra Härtel bieten sich dafür bestens an.

Keramikerin Mandy Schellhase ist in das Projekt einbezogen. "Ich habe in so einem Rahmen noch nie mit Menschen zu tun gehabt. Es wird spannend, wie die Teilnehmer ihre Phantasien ausleben", erzählt sie und sieht den praktischen Nutzen für die Zukunft. "Jeder hat so die Chance, über sein Leben nachzudenken und sich selbst zu fragen, in welche Bahnen er es lenken will. Hartz IV kann keine Lösung sein", meint die Handwerkerin.

Im Idealfall, sagt Härtel, erkenne man durch das tägliche Miteinander, "welche Probleme wo existieren". Daher soll es auch während der Intensivphase immer wieder Einzelgespräche geben, "denn dieser Kontakt ist enorm wichtig". Man dürfe die Teilnehmer nicht nur pushen und anschließend fallen lassen. Eine Veränderung im Denken und Handeln sei das Ziel. Und so richten die Betreuerinnen auch ihr Bewerbungstraining aus, das an zwei Tagen vorgesehen ist und nicht mit Standardsprüchen langweilen soll, sondern individuell abgestimmt ist. Im besten Fall zeigen sich schon positive Reaktionen, wenn das Projekt ab dem 22. Oktober kürzer tritt. Dann sollen sich die Gruppen in der Woche nur noch für drei Stunden treffen, ihre Kreativität aber nicht ablegen.

Das Projekt "Kopffrei" geht vom 20. September bis zum 12. Dezember. Infos gibt der Schlossverein unter der Rufnummer 034903 / 49 92 23.

Der Kontakt zu Petra Härtel ist unter projektkopffrei@googlemail.com per Mail möglich.